|
|
|
Erste Schritte ..... oder .....'eines langen Tages Reise durch die Nacht' Es waren die Email-Arbeiten von Carles Codina, veröffentlicht in seinem Buch
'Schmuck-Werkstatt', die meine Begeisterung für Email weckten. Ich fühlte mich
an die Farbwahl in der ägyptischen Kunst erinnert. Leuchtendes rot, grün, blau
neben Gold. Klar abgegrenzte einheitliche Farbflächen ergeben ein harmonisches
Ganzes. Eigentlich ein Ansatz, wie ich ihn schon beim Holzschnitt und bei meinen
gesprayten Acrylbildern verfolgte (Bilder
2005). Die mehr negativen Erinnerungen an so manche Email-Hobbyarbeit in
meiner Jugend vermochten meine Begeisterung nicht zu bremsen. Immer wieder
sprach ich über Emaillieren. Ich war mal wieder am Schwärmen, als Marie Thérèse feststellte, dass möglicherweise noch eine alte Emaillierausstattung von ihrer Mutter auf dem Estrich sei. Gesucht ....., 'Papa Schubi' gefunden. Juppiiii! Das Öfchen funktionierte noch. Ich türmte kleine Häufchen verschiedener Emailfarben auf ein Kupferblech, und ab in den Ofen. Das Pulver schmolz und bildete schöne, glänzende Farbkreise. Da in der Zwischenzeit schon eine klare Vorstellung herangereift war, was ich machen wollte (Bilder 2005), fertigte ich eine Masszeichnung an, schnitt Silberblech zurecht, versah es mit einer Zarge mit Aufhänger und lötete Silberstege gemäss meiner Zeichnung auf dieses Blech. Farbe in die Kammern und ab in den Ofen. Leider entsprach das Ergebnis eher dem, was ich von früheren Hobbyarbeiten nicht in guter Erinnerung hatte. Die Kammern waren nur teilweise ausgefüllt und die Farbe zog sich an einigen Stellen an den Stegen hoch. Es entstand ein sehr nervöser - eben nicht der angestrebte harmonische - Eindruck. Nochmals legte ich Farbe nach und brannte ein zweites und drittes Mal, dann bearbeitete ich das noch überstehende Silber und ich erhielt das unten links abgebildete Ergebnis. Nicht ideal, aber schon mal tragbar, um die Reaktionen im Bekanntenkreis zu testen. Und ich, mit dem festen Willen, mich weiter der bei Carles Codina gesehenen Qualitätsvorgabe anzunähern, jagte den Antworten auf die Fülle an Fragen des Wie? Womit? Wieviel? Warum? etc. nach. Viele Antworten fand ich, aber immer noch nicht genug, um mit dem Ergebnis der Nachbesserungen zufrieden sein zu können (unten rechts). Auch sah ich Gesundheitsrisiken, die von möglicherweise im Ofen vorhandenen Asbest ausgingen. Also noch mehr Fragen? Email, ein Abenteur? Es scheint, dass ja!
Inzwischen hatte ich ein einschlägiges Buch ausführlich studiert und im Internet Artikel zu Email (geschmolzenes Glas) gefunden, obwohl sich heute - besonders in den Suchmaschinen - alles um Email (elektronische Nachricht) dreht. Doch die Zahl der unbeantworteten Fragen stieg nur noch weiter an. Da, ein Kurs Ende April 06 in Freiburg, und auch noch gegeben von Nikolaus Kirchner, Nürnberg, von dem eine sehr schöne Arbeit in einem der gelesenen Bücher abgebildet war. Und die Cloisonné-Technik arbeitet auch noch mit Stegen, so wie ich es ja gerne machen wollte. Ich nahm an dem 3,5 tägigen Kurs teil und kehrte mit folgenden drei Arbeiten heim, die noch mit einer Silber- oder Goldzarge gefasst werden müssen, um sie als Brosche oder Anhänger tragen zu können. Bei der Herstellung musste ich feststellen, dass der feine Golddraht als Grenze zwischen den harten Schwarz-Weiß-Kontrasten viel an Wirkung verliert, weshalb ich bei dem Stück unten rechts eine Goldspirale in die schwarze Dreiecksfläche integrierte.... mit dem gewünschten Resultat.
Wieder daheim, wieder neue Fragen und neue Probleme. Aber dennoch hat es zu dem Anhänger 'blue bird' gereicht.
© Copyright by Peter Leister
© Copyright by Peter Leister
|